Bischof Sofian und Elise Ebinger

Vom 19.-23. Februar 2024 trafen sich 15 Vertreter und Vertreterinnen der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Rumänischen Orthodoxen Kirche in Eisenach zur 16. Begegnung in einer Serie von Dialogtreffen, die bereits 1979 begannen. Gegenstand des Gesprächs war die Frage nach der Weitergabe des Glaubens als herausforderung für beide Kirchen. 

Vom Konfessionskundlichen Institut war die Orthodoxiereferentin als Gast eingeladen. Außerdem wurden die Gespräche bereichert durch einen Vertreter der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien. 

Als Vertreterin des Jungen Forum Orthodoxie war die die evangelische Theologiestudentin Elise Ebinger mit dabei und hat folgenden Bericht verfasst: 

Orthodoxer, evangelischer, katholischer oder konfessionell-kooperativer Religionsunterricht? – Unter dieser Fragestellung stand der 16. bilaterale theologische Dialog zwischen der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Rumänischen Orthodoxen Kirche. Der bilaterale Dialog besteht bereits seit 45 Jahren. Dies war durch Verbundenheit, Offenheit und Herzlichkeit auch oder gerade als Gast zu spüren.

Als Einstieg in die Thematik gab es zwei neutestamentliche Bibelauslegungen (rumänisch-orthodox und evangelisch), die sich in ihrer Unterschiedlichkeit optimal ergänzten. Es folgten Vorträge über die bisherige Praxis des Religionsunterrichts und der Kinder- und Jugendkatechese in Rumänien und Deutschland. Daran schloss sich eine Darstellung der rechtlichen Situation des Religionsunterrichts in beiden Ländern an. Darauf aufbauend wurden die unterschiedlichen Modelle des Religionsunterrichts vorgestellt. Neben den Vorträgen über das Wie und Was gab es auch Überlegungen zu Ideen der Glaubenskommunikation und zu Ideen der Überwindung der Sozialisationslücke. Mit anderen Worten: Wie können Jugendliche und Kinder, die ohne kirchlichen Bezug aufwachsen, für den Glauben gewonnen werden?

Abschließend wurde die gemeinsame Handreichung der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland und der Evangelischen Kirche in Deutschland zum Religionsunterricht vorgestellt. Eine Ermutigung zur ökumenischen Zusammenarbeit Religionsunterricht gemeinsam erteilen, gestalten – konfessionell-kooperativer Religionsunterricht. Die Delegationen waren sich einig, dass Zukunft und Hoffnung im konfessionell-kooperativen Religionsunterricht liegen. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass die konfessionskundliche Aus- und Fortbildung an Bedeutung gewinnt.

Als junge Ökumene-Interessierte kann ich nur bestätigen, wie wichtig es ist, über den Tellerrand der eigenen Konfession hinauszuschauen. Es erweitert nicht nur den Horizont und den persönlichen Glauben, sondern stärkt auch die eigene Position in seiner Konfession. Als junger Gast war es besonders schön und beeindruckend zu sehen, wie groß die Wiedersehensfreude am Anfang war, wie motiviert die Delegationen miteinander ins Gespräch gegangen sind, wie interessiert die Parteien an ihrem Gegenüber waren. Ein wichtiger Punkt, den ich mitgenommen habe, war, dass man aus der anderen (fremden) Konfession immer wieder einen neuen theologischen Gedanken mitnehmen kann.

Das Kommuniqué dieses Treffens finden Sie hier.

Ansprechpartnerin

Pfrin. Dr. Dagmar Heller
Wissenschaftliche Referentin für Orthodoxie und Leitung

Telefon

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