Das Konfessionskundliche Institut begleitet gerne Praktikantinnen und Praktikanten, die mehr über Ökumene und Konfessionskunde erfahren möchten. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, über einen längeren Zeitraum ein Spezialvikariat am Institut zu absolvieren. Von August bis Dezember 2023 war Katharina Ruhwedel als Spezialvikarin im Wolfgang-Sucker-Haus. Da sie sich insbesondere für Fragen bezüglich des Katholizismus interessierte, wurde sie von Catholica-Referent Martin Bräuer, D.D. betreut. Hier berichtet sie über Ihre Erfahrungen am Konfessionskundlichen Institut.

Wenn Sie Interesse an einem Praktikum oder einem Spezialvikariat am Konfessionskundlichen Institut haben, kontaktieren Sie uns gerne! 

Mein Name ist Katharina Ruhwedel, ich bin Vikarin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und lebe mit meinem Mann und unserem kleinen Sohn in Bensheim. Ab Januar 2024 werde ich als Pfarrerin in Heppenheim tätig sein. Als Abschluss meines Vikariats habe ich von August bis Dezember 2023 ein Spezialpraktikum am Konfessionskundlichen Institut Bensheim absolviert. Hauptsächlich habe ich mich unter dem Mentorat von Martin Bräuer mit Catholica-Fragen beschäftigt, was mich aufgrund meiner Biographie besonders interessierte – ich bin in einer sehr katholischen Gegend im Saarland aufgewachsen und habe sowohl gut funktionierende Ökumene als auch hitzige Dispute zwischen Katholisch und Evangelisch erlebt.

Ich wollte das Praktikum nutzen, um nach der praktischen Ausbildung in der Gemeinde und nach Mutterschutz und Elternzeit wieder verstärkt wissenschaftlich zu arbeiten und Impulse aus aktuellen ökumenischen Diskursen für den kommenden Alltag als Pfarrerin zu bekommen.

Nachdem ich mir, unterstützt durch die Referenten des Instituts, einen Grundstock an ökumenischem Basiswissen angeeignet hatte, habe ich im Bereich Catholica thematische Schwerpunkte in der Beschäftigung mit dem Synodalen Weg, seinen Ursprüngen und seiner Rezeption, sowie in ökumenischer Kirchenentwicklung gesetzt. Leitend war für mich die Blickrichtung auf die Zukunft der christlichen Kirchen, sowohl für sich genommen als auch im ökumenischen Zusammenspiel. Auf dem Feld der ökumenischen Kirchenentwicklung habe ich über einen Fachtag im September, den Catholica Referent Martin Bräuer mit organisiert hatte, besonderes Interesse an der Weiterarbeit gefunden, geleitet von der Frage: Wie können wir gemeinsam als Ökumene-Treibende in den Gemeinden gute Wege finden, in der sich verändernden Gesellschaft glaubwürdig und relevant „Kirche“ zu sein? Diese Frage und die Bekanntschaft mit Expert*innen auf diesem Feld nehme ich als Ausrüstung mit ins Pfarramt.

Ich hatte am Konfessionskundlichen Institut Gelegenheit, an eigenen Forschungsfragen zu arbeiten und Neues aus den Bereichen Ökumene und Konfessionskunde zu erfahren. Die gut ausgestattete Bibliothek des Instituts habe ich daher regelmäßig frequentiert. Mein besonderes Interesse lag bei aller Theorie jedoch immer darin, wie sich die theoretischen Betrachtungen auf die Praxis im Gemeindeleben auswirken. So entstand ein Essay darüber, wo und warum Vertreter der katholischen Kirche bewusst von den Vorgaben Roms abweichen. Der Essay wird in Kürze auf der Homepage abrufbar sein.

Zudem bekam ich Gelegenheit, am ökumenischen Lagebericht (spezifisch am Catholica-Bericht) für den 2024 erscheinenden Materialdienst mitzuwirken. Über die regelmäßig stattfindenden Hauskonferenzen konnte ich mich über die Tätigkeiten des Kollegiums auf dem Laufenden halten. Ich wurde im Kollegium freundlich aufgenommen. Das Arbeitsklima habe ich als angenehm empfunden und für mich als junge Mutter war es besonders gut, dass ich an mehreren Tagen die Woche problemlos aus dem Home-Office arbeiten konnte. Für die schönen Erfahrungen, die ich als Teil des Instituts machen durfte, möchte ich mich herzlich bedanken, und werde dem Haus auch weiterhin freundschaftlich verbunden bleiben.

Ansprechpartner

Dominik Koy
Referent für Publizistik und konfessionsübergreifende Fragen

Telefon

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