In den vergangenen Monaten konnte das Konfessionskundliche Institut (KI) das Zertifikat „Berater für Konfessionskunde“ an zwei Absolventen vergeben.

David Zimmer in einem der KI-Kurse. Foto: KI Bensheim
Bereits am 10. November 2025 fand das Abschlussgespräch zwischen KI-Freikirchenreferent Dr. Lothar Triebel und David Zimmer aus der Schweiz statt. Herr Zimmer hat Geschichte und Ethnologie studiert. Im Kolloquium ging es um seine Abschlussarbeit mit dem Titel „Erfolgreiche Stimme der evangelikalen Bewegung in der Deutschschweiz: Die Zeitschrift Idea Schweiz und ihre Positionierung zu den reformierten Landeskirchen“. Zimmer rekonstruiert zunächst a) die Entstehungsgeschichte von Idea Schweiz vor dem Hintergrund von und in der Beziehung zu Idea Deutschland und b) die Verwendung und Bedeutung des Begriffs „evangelikal“ in beiden Ländern. Vor diesem Hintergrund analysiert er ein umfangreiches Datenkorpus und kommt zum Schluss: „Die Zeitschrift Idea Schweiz hat sich in den vierzig Jahren ihres Bestehens erfolgreich als (gedrucktes) Leitmedium der evangelisch-evangelikalen Bewegung in der deutschsprachigen Schweiz etabliert, das auch ausserhalb dieses Frömmigkeitsspektrums wahrgenommen wird. […] Zahlreiche Beiträge und Textstellen zeigen, dass sich Idea Schweiz konstant an den evangelisch-reformierten Landeskirchen reibt. Oft dient ‚die Landeskirche‘ implizit […] als negative Kontrastfolie, vor deren Hintergrund positive Entwicklungen in Freikirchen und einzelne ‚Aufbrüche‘ innerhalb der Landeskirche präsentiert werden. Evangelikale Strömungen innerhalb der Landeskirche kommen immer wieder zu Wort; ihre Stellung wird insgesamt aber als eher prekär dargestellt und muss nach Ansicht von Idea Schweiz ausgebaut werden.“

Catholicareferent i.R. M. Bräuer, stud. theol. Franz Malz, EB-Präsident Chr. Schad. Foto: Ev. Bund / KI Bensheim
Am 12. Januar absolvierte der aus Österreich stammende Mag. theol. Franz Malzl sein Abschlussgespräch mit dem ehemaligen Catholicareferenten Martin Bräuer D.D. Herr Malzl studiert katholische Theologie in Rom und beschäftigte sich in seiner Qualifikationsarbeit mit der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre (GER), die 1999 zwischen dem Lutherischen Weltbund und der Römisch-katholischen Kirche unterzeichnet wurde. Wie aus dem Titel seiner Arbeit („Das Verhältnis von Freiheit und Gnade vor der Rechtfertigung in der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre. Der Beitrag des Menschen – der Mensch als cooperator gratiae?“) hervorgeht, nimmt er einen in der Geschichte der beiden kirchlichen Traditionen zentralen Punkt auf. Er untersucht, inwieweit es im Zusammenhang der GER auch einen Konsens über die Frage nach der cooperatio (Zusammenarbeit) zwischen dem Menschen und der göttlichen Gnade gibt. Anhand einer Analyse der Aussagen dazu im Konzil von Trient einerseits und der Konkordienformel andererseits kommt er zu dem Ergebnis, dass es gerade an dieser Stelle noch Unterschiede zwischen beiden Kirchen gibt, die seiner Ansicht nach im weiteren Dialog „mehr Aufmerksamkeit verdienen würde(n)“. In seinem Fazit würdigt er die GER und deren Verdienst, möchte aber „differenzsensibel“ festhalten, „dass es den Anschein hat, dass in Bezug auf traditionell besonders konfliktive Lehraspekte auch gewisse Mängel bestehen. Daher scheint es angebracht, dass in Zukunft noch eingehender darüber nachgedacht wird, wie die verbindlichen Dokumente beider Konfessionen, die im Hintergrund der Erklärung stehen, in Einklang zu bringen sind.“
An beiden Gesprächen nahm auch die Institutsleiterin Dr. Dagmar Heller teil.
Das Team des Konfessionskundlichen Instituts gratuliert beiden neuen „Beratern für Konfessionskunde“ und freut sich, dass seine Arbeit auch international Früchte trägt!
