Die scheidende Leiterin des Konfessionskundlichen Instituts, Pfarrerin Dr. Dagmar Heller, verglich in ihrer Predigt über 5. Mose 34,1-5 die Ökumene mit der Wüstenwanderung des Volkes Israel nach der Flucht aus Ägypten. Heller wurde in einem Festgottesdienst in der Bensheimer Michaelskirche am 20. Februar in den Ruhestand verabschiedet. Sie war seit 2018 wissenschaftliche Referentin für Orthodoxie und seit 2020 mit der Leitung des Instituts beauftragt.

In seiner Ansprache zur Verabschiedung würdigte der frühere pfälzische Kirchenpräsident und derzeitige Präsident des Evangelischen Bundes, Dr. h.c. Christian Schad, den beruflichen Werdegang Dagmar Hellers:

Christian Schad, Marc Witzenbacher und Dagmar Heller im Gottesdienst. Foto: A. Wiemer

„Nach dem Vikariat erreichte Sie eine Anfrage des Ökumenischen Rats der Kirchen, zunächst als Beraterin, dann als Studiensekretärin für die Kommission für Glauben und Kirchenverfassung in Genf tätig zu werden. Sie nahmen dieses Angebot an, arbeiteten sieben Jahre lang für Faith and Order, um dann, wieder nach Deutschland zurückgekehrt, für weitere sechs Jahre als Referentin für Ökumene und Orthodoxie im Kirchenamt der EKD in Hannover tätig zu sein. Danach schloss sich eine zweite Genfer Phase an: Wiederum wurden Sie Studiensekretärin für Faith and Order, aber zusätzlich auch Dozentin, später Studiendekanin am Ökumenischen Institut in Bossey.

Vor acht Jahren dann wechselten Sie von Genf nach Bensheim, wurden wissenschaftliche Referentin für den Bereich Orthodoxie – und dann, seit 2020, auch Leiterin des Konfessionskundlichen Instituts.“

Heller begleite bis heute mit großer Empathie Leben und Lehre der orthodoxen Kirchen sowohl der byzantinischen als auch der altorientalischen Tradition, so Schad. Seit 2022 habe sie erleben müssen, dass dies „auch mit tiefem Schmerz und Mit-leiden verbunden sein kann“, so Schad mit Blick auf den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Seitdem stünden unterschiedlichste Positionen in der orthodoxen Welt fast unüberbrückbar gegeneinander.

Schad würdigte auch die Rolle Hellers in der Leitung des Konfessionskundlichen Instituts: „Ihre wohl bedeutendste Aufgabe bestand darin, die von Einzelnen betriebene Trennung zwischen dem Institut einerseits und seinem Träger, dem Evangelischen Bund, andererseits, rückgängig zu machen – und die Arbeit beider wieder konstruktiv aufeinander zu beziehen.“ So habe sich zwischen den Organen des Konfessionskundlichen Instituts und des Evangelischen Bundes wieder eine sinnvolle, von wechselseitigem Vertrauen getragene Kooperation entwickelt. Auch dafür, so Schad, sei er Dagmar Heller „von Herzen dankbar“.

In Anschluss an die Verabschiedung Hellers in den Ruhestand durch den badischen Oberkirchenrat Dr. Marc Witzenbacher sprach Oberkirchenrat Dr. Johannes Wischmeyer in einem Grußwort Heller den Dank des Kirchenamts der EKD aus. Es folgten weitere Grußworte von Dr. Richard Janus, dem Generalsekretär des Evangelischen Bundes, sowie der Bensheimer Bürgermeisterin Christine Klein.

 

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