
In Gottesdienst bei der Generalversammlung: Mario Fischer, Christian Schad und Wolfram Langpape (von links). Foto: privat
Der Präsident des Evangelischen Bundes, Kirchenpräsident i.R. Dr. h.c. Christian Schad, führte zum Auftakt der diesjährigen 116. Generalversammlung des Evangelischen Bundes die beiden neuen Wissenschaftlichen Referenten des Konfesionskundlichen Instituts, Dr. Mario Fischer und Dr. Wolfram Langpape, in ihre Ämter ein. Mario Fischer hat am 1. Mai 2026 die Institutsleitung und das Referat Catholica übernommen, Wolfgang Langpape folgte zum 1. September mit der Übernahme des Referats für Orthodoxie und Ostkirchenkunde.
Im Gottesdienst am 1. Oktober in der Berliner Sophienkirche ging Schad auf den bisherigen beruflichen Werdegang Mario Fischers ein: So sei Fischer in seiner Studienzeit in Marburg durch Seminare bei Reinhard Frieling und Hans-Martin Barth zur Ökumenischen Theologie hingeführt worden und habe Seminare bei katholischen Theologinnen und Theologen besucht. Ein Studienjahr in Rom habe ihn näher an das Zentrum des Weltkatholizismus geführt. Nach einem Philosophiestudiums an der Münchner Jesuitenhochschule habe er im Fach Philosophie mit einer religionsphilosophischen Arbeit über die Bedeutung der religiösen Erfahrung für die Phänomenologie des frühen Heidegger promoviert,
Nach dem Pfarramt in Steinheim am Main sei Fischer von 2015 bis 2026 in der Geschäftsstelle der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) tätig gewesen, zuerst als Büroleiter und dann als erster hauptamtlicher Generalsekretär. In dieser Funktion habe er nicht nur inhaltlich bei den Lehrgesprächen und Studienprozessen der GEKE mitgewirkt und die alle sechs Jahre stattfindenden Vollversammlungen mit vorbereitet, sondern habe auch organisatorisch und strukturell diese internationale Gemeinschaft von Kirchen neu geordnet.
Diese Erfahrung in der Kooperation mit 98 Mitgliedskirchen der GEKE bringe Fischer nun mit als Institutsleiter und Catholica-Referent. Bei seiner zukünftigen Arbeit, so Schad, solle aber „nicht so sehr die Kirchendiplomatie im Mittelpunkt stehen, sondern die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit inhaltlichen Fragen sowie die Weitergabe derselben an unterschiedliche Zielgruppen“.
Insbesondere nannte Schad als Aufgabe, die inhaltlichen Schwerpunkte des Pontifikats von Papst Leo XIV. diskursiv zu begleiten, also „die lehramtlichen Entwicklungen auf ihre fundamentaltheologischen Grundannahmen hin zu analysieren und zur evangelischen Perspektive in Beziehung setzen“. Dabei gelte es, „die bestehenden Kontakte zu den einzelnen Dikasterien des Vatikans weiter zu pflegen und zu vertiefen“, so Schad.
In seiner Vorstellung von Wolfram Langpape als neuem Orthodoxie-Referenten hob Schad dessen bei Michael Welker in Heidelberg abgefasste Dissertation über den rumänisch-orthodoxen Theologen Dumitru Staniloae hervor. Nach dem Gemeindepfarramt in Mannheim habe Langpape seit 2020 die Referentenstelle für Orthodoxie, Ostkirchen und allgemeine Ökumene im Kirchenamt der EKD innegehabt und habe die Verantwortung getragen für die Dialoge und Kontaktgespräche der EKD mit orthodoxen Kirchen auf nationaler und internationaler Ebene sowie für die deutschen Gemeinden in Osteuropa.
Schad nannte als Absicht Langpapes, dieser wolle zeigen, dass Protestanten keine bloß trockenen Rationalisten und orthodoxe Christen nicht pure Ritualisten seien, sondern „beide Konfessionen andachtsvolle und lebendige Glaubensgemeinschaften darstellen, die sich wechselseitig ergänzen, deren gemeinsames Zentrum aber der Glaube an den dreieinen Gott als Geheimnis der Welt“ sei, so Schad.
