(c) Johann-Adam-Möhler-Institut Paderborn

Vom 18. bis 19. November 2025 war das Kollegium des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim (KI) zu Gast im Johann-Adam-Möhler-Institut (JAMI) in Paderborn. Die Kollegien beider Institute treffen sich jährlich, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen und gemeinsame Aktivitäten zu planen. Zu Letzteren gehören regelmäßig gemeinsame Veranstaltungen bei Kirchen- und Katholikentagen. Einen gemeinsamen Studientag gab es zuletzt 2023, dessen Ergebnisse im Themenheft 2023,4 des Materialdienstes des KI dokumentiert sind: „Konfessionskunde – eine alte Disziplin in einem neuen Kontext“. Die Leitungspersonen beider Institute sind auch Mitglieder im Wissenschaftlichen Beirat des jeweiligen Schwesterinstituts. Ein anderer regelmäßiger Berührungspunkt ist die Teilnahme des KI-Freikirchenreferenten an den zweijährlich stattfindenden gemeinsamen Symposia von JAMI und Vereinigung Evangelischer Freikirchen.

Auch diesmal ging es um den nächsten Katholikentag, bei dem die beiden Institute gemeinsam sowohl ein großes Plenum als auch einen Workshop platzieren konnten. Die Themen werden sein: „Ein Papst für alle! Der Bischof von Rom als Sprecher der Christenheit?“ Und „Lasst die Kirche im Dorf! Kirchliche Räume ökumenisch nutzen“.

Breiten Raum nahm auch der Austausch über die vor Kurzem zu Ende gegangene 6. Weltkonferenz der ÖRK-Kommission für „Glauben und Kirchenverfassung“ (Faith and Order) ein. Hatten seitens des KI Dagmar Heller und Kai Funkschmidt als Medienvertreterin bzw. -vertreter teilgenommen, war Johannes Oeldemann, Direktor am JAMI, als eines der fünf rk. Mitglieder der Kommission dabei gewesen und brachte nun diese Perspektive ins Gespräch der Kollegien ein.

Ein drittes Thema war die bundesweit erneut aufgeflammte Diskussion über „Vokation“ bzw. „Missio canonica“, also die kirchliche Lehrerlaubnis für ev. bzw. rk. Religionslehre, die Absolvent*innen von Lehramtsstudiengängen beantragen müssen, bevor sie in öffentlichen Schulen Religionsunterricht erteilen dürfen. Im Zuge der Einführung eines gemeinsam von ev. Landeskirchen und rk. Bistümern verantworteten Religionsunterrichts in Niedersachsen ist von hierzulande kleinen Kirchen, insbesondere von orthodoxen Kirchen und Freikirchen, die bisherige Praxis der Großkirchen erneut hinterfragt worden.

Die Kollegien beider Institute haben entweder eine Umbruchsphase hinter sich oder aber vor sich. Das Paderborner Team hat drei junge neue Mitarbeiter*innen: Die einige Zeit lang vakante Direktorenstelle ist nun mit Dominique-Marcel Kosack besetzt und bekommt einen inhaltlichen Schwerpunkt in der Erforschung pfingstkirchlicher Theologie und Frömmigkeit mit möglichen Auswirkungen auch auf den Katholizismus. Die Nachfolgerin des früheren JAMI-Leiters in dessen Eigenschaft als Professor für Ökumenische Theologie an der Theologischen Fakultät Paderborn, Juniorprofessorin Cornelia Dockter, ist nun assoziierte Direktorin am JAMI. Und als Assistent wirkt dort jetzt Ludwig Motz, der wie Kosack aus Erfurt (Lehrstuhl Julia Knop) nach Paderborn gekommen ist. – Auch im KI sind Neubesetzungen im Gange, wie bereits auf dieser Netzseite berichtet worden ist.

Ansprechpartner

Pfr. Dr. Lothar Triebel
Referat Freikirchen

Telefon

06251.8433.22